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Stolpersteine für Senftenberg

zur Erinnerung an das Schicksal von Senftenberger Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

„Ein Mensch ist erst vergessen,

wenn sein Name vergessen ist.“

Gunter Demnig

Bildhauer, Initiator der europaweiten Aktion

Am 10. Juli 2007 wurden unter Anwesenheit des Künstlers Gunter Demnig feierlich die ersten sechs STOLPERSTEINE in Senftenberg und Hörlitz (ehemals Senftenberg-West) verlegt, um damit ein Zeichen an den Orten zu setzen, wo Bürgerinnen und Bürger gewohnt haben, die zwischen 1933 und 1945 Opfer nationalsozialistisch motivierter Gewalt geworden sind – und um sie so wieder in Erinnerung zu bringen. 

Die Idee, sogenannte STOLPERSTEINE zu verlegen, geht auf den Kölner Künstler und Bildhauer Gunter Demnig zurück. Er erinnert damit an diejenigen Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus religiösen, politischen oder anderen Gründen verfolgt und getötet wurden. Vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort werden kleine Messingtafeln in den Gehweg eingelassen, auf denen geschrieben steht: „Hier wohnte …“ Gunter Demnig sagt: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Im Dezember 2019 verlegte Gunter Demnig den 75.000 STOLPERSTEIN.

Auf dem VII. Senftenberger Kolloquium anlässlich des Holocaust-Gedenktages, welches das Lausitz-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg am 27. Januar 2006 zur Auswertung der Aktion „Für Demokratie und Toleranz! Senftenberg gegen Neonazis“ vom Dezember 2005 durchgeführt hat, entstand der Entschluss, die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus in Senftenberg zu erforschen. Schnell hatte sich auf Einladung von Eva Klein und des Landtagsabgeordneten Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann (DIE LINKE) eine Gruppe von interessierten Senftenberger Bürgerinnen und Bürgern zusammengefunden, die in akribischer Kleinarbeit Namen, Lebensdaten und Schicksale der Opfer recherchiert hat. Sie ist als wissenschaftliches Projekt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. angesiedelt und wird intensiv von der Stadt Senftenberg, der Gemeinde Schipkau, der Evangelischen Kirchgemeinde, dem Theater NEUE BÜHNE Senftenberg und vielen Senftenberger Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

In Senftenberg konnten wir nach dem Auftakt im Jahr 2007 am 22. März 2011 acht weitere STOLPERSTEINE durch Gunter Demnig verlegen lassen.

Im Jahr 2013 waren zwei Nachverlegungen von STOLPERSTEINEN nötig geworden - für entwendete STOLPERSTEINE für Marianne Seidel und für Dora Singermann sowie für Dr. Rudolf Reyersbach.

In einem Projekt der Bernhard-Kellermann-Oberschule im Schuljahr 2015/16, beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler um die Schulsozialarbeiterin Frau Pohl intensiv mit der Geschichte zweier Senftenberger Familien, denen - zum Teil - die Flucht aus Deutschland gelang, nach Palästina sowie nach Shanghai. Aufgrund der Recherchen konnte Gunter Demnig am 11. November 2016 sieben weitere STOLPERSTEINE in Senftenberg verlegen.

Damit besteht aktuell an neun Stellen in Senftenberg und Hörlitz die Möglichkeit, sich an den verlegten STOLPERSTEINEN an 21 Personen zu erinnern und ihrer zu gedenken.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich aber über die Verlegungen hinaus mit der Thematik und erforscht weiterhin insbesondere die Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger Senftenbergs.

Aktuell befindet sich die Arbeitsgruppe noch im Prozess der Reoganisierung, nachdem die Initiatorin Eva Klein im Frühjahr 2014 ihrer schweren Krankheit erlegen war. Wir werden ihr ein herzliches Andenken bewahren und versuchen, ihre Arbeit fortzuführen – auch wenn uns dafür ihr unermüdl iches Engagement, ihre Freundlichkeit, ihre Anteilnahme, ihre Erfahrungen und ihr umfassendes Wissen ganz sicher fehlen werden.


Wer Fragen hat oder uns unterstützen mag, kann sich gern an uns wenden:

Arbeitsgruppe STOLPERSTEINE für Senftenberg

c/o Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.

Cathleen Bürgelt

Dortustraße 53, 14467 Potsdam

Telefon: 0331.8170432

E-Mail: stolpersteine.senftenberg@gmx.de