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Aktuelle Termine des Regionalbüros Lausitz

 

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Reflexion und Reflexe. Was kann Philosophie zur Meinungsbildung in unübersichtlicher Zeit beitragen?

Auftakt einer neuen Reihe mit Beatrix Kersten und Gerd-Rüdiger Hoffmann

Gerd-Rüdiger Hoffmann

Sehr herzlich lädt die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe ein, die klassische philosophische Themen wie Freiheit, Vernunft, Demokratie und Gerechtigkeit mit aktuellen politischen Fragen verknüpfen möchte.

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Mittwoch, 8. Juni 2022, 18.30 Uhr
Seenland-Buchhandlung, Markt 11, 01968 Senftenberg/Zły Komorow

Reflexion und Reflexe. Was kann Philosophie zur Meinungsbildung in unübersichtlicher Zeit beitragen?
Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe

mit Beatrix Kersten (Slawistin, Annahütte) und Gerd-Rüdiger Hoffmann (Philosoph, Senftenberg)

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Am 8. Juni startet, konzipiert von Beatrix Kersten (Annahütte) und Gerd-Rüdiger Hoffmann (Senftenberg), in Zusammenarbeit mit der „Seenland-Buchhandlung“ am Markt in Senftenberg eine Neuauflage der Philosophieabende. Stärker als bisher soll der Zusammenhang klassischer philosophischer Themen wie Freiheit, Vernunft, Demokratie und Gerechtigkeit mit politischen Fragen hergestellt werden.

In der ersten Veranstaltung geht es unter der Überschrift „Reflexion und Reflexe“ um die Frage, was Philosophie in unübersichtlicher Zeit zu einer vernunftbasierten Meinungsbildung beitragen kann.

„Die Staatsverfassung, die wir haben, richtet sich nicht nach den Gesetzen anderer, viel eher sind wir selbst für manchen ein Vorbild, als dass wir andere nachahmten. Mit Namen heißt sie, weil die Staatsverwaltung nicht auf wenige, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist, Demokratie.“

So lautet das berühmte Zitat aus dem Werk „Der Peloponnesische Krieg“ von THUKYDIDIS (etwa 454 bis 399 v. Chr.), das aus einer der nach einem Feldzug üblichen „Leichenreden“ des PERIKLES (etwa 500 bis 429 v. Chr.) entnommen sein soll. Im Jahre 2003 schien einem vom Europäischen Rat einberufenen Konvent zur Zukunft Europas das Zitat so passend, dass sie es, etwas aufgehübscht, als Motto der Europäischen Verfassung voranstellen wollten.

Doch stimmt, was „alle sagen“? Allein unterschiedliche Übersetzungen und die Tatsache, dass Perikles diese Rede wahrscheinlich nie gehalten hat, der Text auch nicht von ihm, sondern von einer Frau, ASPASIA (etwa 470 bis 428 v. Chr.), geschrieben wurde, lassen zweifeln. Es war stets eine Aufgabe der Philosophie, den Schein vom Wirklichen zu unterscheiden, Wahrheit von Gültigkeit zu trennen, Affekte und Vernunft in ein gesundes Verhältnis zu bringen – mehr Reflexion an die Stelle von Reflexen zu setzen, selbst dann, wenn die aktuellen Ereignisse sich überschlagen und schnelle Entscheidungen gefragt sind.

Es könnte also sein, dass auf den ersten Blick abstrakte Fragestellungen, wie zum Beispiel die im „Höhlengleichnis“ von PLATON (428/427 bis v. Chr. 348/347) nach Freiheit und Erkenntnis, nach Sinn (oder Unsinn) von Parteien bei ROSA LUXEMBURG (1871 bis 1919), ANTONIO GRAMSCI (1891 bis 1937) und SIMONE WEIL (1909 bis 1943) oder von JOHN RAWLS (1922 bis 2002) und AMARTYA SEN (geb. 1933) nach der Gerechtigkeit, durchaus hilfreich sind, um im Getümmel der Informationen und Meinungen einen klareren Durchblick zu bekommen. Es sollen Konzeptionen vorgestellt werden, die – auch durch kritische Auseinandersetzung mit diesen Konzeptionen selbst - dazu einen Beitrag leisten könnten. Im weiteren Verlauf der Bildungsreihe wird die Möglichkeit gegeben sein, dass Gäste jeweils in der letzten Viertelstunde Bücher zum großen Thema „Freiheit, Vernunft, Demokratie, Gerechtigkeit“ vorstellen können.

Mit dabei sind:

  • Beatrix Kersten (M.A. – Magistra Artium)
    geb. 1972, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften; lebt in Annahütte
  • Gerd-Rüdiger Hoffmann (Dr. phil.)
    geb. 1952; studierte Philosophie und Afrikawissenschaften; lebt in Senftenberg/Zły Komorow

Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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