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Einladungen zu den Verlegungen von Stolpersteinen in Senftenberg

   

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Einladung zur Verlegung von Stolpersteinen für die Familien Jacobowitz und Marcus

am 11. November 2016

Im Herbst 2014 begannen Schülerinnen und Schüler der Bernhard-Kellermann-Oberschule Senftenberg im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und unterstützt von der Schulsozialarbeiterin Frau Pohl und der Schulleitung das Schicksal zweier Senftenberger Familien zu recherchieren, die sich (zum Teil zumindest) durch eine Flucht aus Deutschland 1933 bzw. 1939 vor dem sicheren Tod retten konnten.

Am 1. Juli 2016 präsentierten die Schülerinnen und Schüler in Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, und des Landrates des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze, in der Aula der Kellermann-Oberschule die Ergebnisse ihrer Arbeit und starteten auch einen Spendenaufruf, um die Verlegung von sieben STOLPERSTEINE im Gedenken an das Schicksal der Familien finanzieren zu können.  

Für den 11. November 2016 laden nun die Bernhard-Kellermann-Oberschule, die Stadt Senftenberg und die Arbeitsgruppe "Stolpersteine für Senftenberg" gemeinsam zur Verlegung der STOLPERSTEINE durch den Künstler Gunter Demnig ein. Aus diesem Anlass werden auch Angehörige der Familie Jacobowitz eigens aus Israel anreisen.

Die Veranstaltung am 11. November 2016 beginnt um 15 Uhr im Rathaus der Stadt Senftenberg mit einer Feierstunde, die Verlegung der Stolpersteine für die Familie Jacobowitz findet im Anschluss daran um 16 Uhr auf dem Markt und die Verlegung der Stolpersteine für die Familie Marcus gegen 16.30 Uhr in der Fichtestraße statt.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Für die Einladung bitte auf das obenstehende Bild klicken ...

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Schulprojekt präsentiert Stolperstein-Recherchen zu zwei Senftenberger Familien

außerdem: Aufführung der szenischen Lesung "Rutkas Tagebuch" mit Schüler_innen der Bernhard-Kellermann-Oberschule

Die Bernhard-Kellermann-Oberschule Senftenberg und die Arbeitsgruppe "Stolpersteine für Senftenberg" laden sehr herzlich ein zu einer Veranstaltung, die am Freitag, 1. Juli 2016, ab 10 Uhr, in der Aula der Bernhard-Kellermann-Oberschule (Bernhard-Kellermann-Str. 2a, 01968 Senftenberg) stattfinden wird. 

An diesem Vormittag werden Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Recherchen vorstellen, die sie im vergangenen Schuljahr zu den beiden Senftenberger Familien Jacobowitz und Marcus unternommen haben. Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beschäftigten sie sich mit dem Schicksal der beiden Familien, die aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln in der Zeit des Nationalsozialismus diffamiert, ausgegrenzt und verfolgt wurden – und sich durch ihre Flucht nach Palästina bzw. nach China zum Teil noch rechtzeitig retten konnten.

Die Schülerinnen und Schüler werden auch das Vorhaben präsentieren, am 11. November 2016 Stolpersteine zum Gedenken an diese Senftenberger Bürgerinnen und Bürger zu verlegen. 

Im Anschluss an die Präsentation besteht am 1. Juli auch die Möglichkeit, die Aufführung von „Rutkas Tagebuch“ mitzuerleben. Es handelt sich dabei um ein außergewöhnliches Schultheaterprojekt, das ebenfalls an der Bernhard-Kellermann-Oberschule im vergangenen Jahr und mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg realisiert werden konnte. Zwei Schülerinnen und ein Schüler haben sich unter der Regie des Dramaturgen Karl H. Gündel (Dresden) mit den Tagebuchaufzeichnungen des jüdischen Mädchens Rutka Laskier aus dem polnischen Ghetto Będzin auseinandergesetzt und eine szenische Lesung erarbeitet. Die lückenhaften Aufzeichnungen erfassen den Zeitraum zwischen Januar und April 1943. Sie enden abrupt mit dem Abtransport eines Großteils der Familie in das Vernichtungslager Auschwitz. „Rutkas Tagebuch“ ist keine Heldengeschichte, sondern ein Menschenschicksal, das unter bestimmten Bedingungen jedem zustoßen kann. Dieser Gedanke ist auch der dramatische Ansatzpunkt der szenische Lesung: Zwei Mädchen von heute, die durch eine anonyme Macht ihres normalen Alltages beraubt werden, bis sie nur noch Nummern ohne Namen sind.

Der Bürgermeister der Stadt Senftenberg, Andreas Fredrich, wird am 1. Juli als Schirmherr des Projektes „Schule ohne Rassismus“ ebenfalls anwesend sein und zu den Gästen sprechen.

Wer Interesse hat, an der Veranstaltung teilzunehmen, wird sehr freundlich gebeten, sich anzumelden: 

* per E-Mail an stolpersteine.senftenberg@gmx.de oder 

* per Telefon unter 03573-3637715.

Die Einladung als PDF-Datei ... 

 

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Einladung zur Nachverlegung des Stolpersteines für Dr. Rudolf Reyersbach (Gedenken an die Reichspogromnacht vor 75 Jahren in Senftenberg)

am 9. November 2013

Zum Gedenken an den jüdischen Rechtsanwalt und Notar Dr. Rudolf Reyersbach und seine Ermordung im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht 1938 hat der Künstler Gunter Demnig im Juli 2007 in Anwesenheit der Familie einen Stolperstein vor der letzten frei gewählten Wohnstätte verlegen können. Zu Beginn des Jahres wurde dieser Stolperstein entwendet, die Täter konnten auch in diesem Fall leider (noch) nicht ermittelt werden.

Den 75. Jahrestag der Reichspogromnacht hat die Arbeitsgruppe "Stolpersteine für Senftenberg" gemeinsam mit der Stadt Senftenberg zum Anlass genommen, eine Neuanfertigung des Stolpersteines am 9. November 2013 vor dem Haus am Steindamm 17 in Senftenberg zu verlegen und so auch an die schrecklichen Ereignisse vor 75 Jahren zu erinnern.

Im Vorfeld der Verlegung wird die Historikerin Dr. Susanne Bennewitz aus den in diesem Jahr von ihr herausgegebenen und kommentierten Briefen von Marianne Reyersbach lesen. Die kleine Schwester von Rudolf Reyersbach, 1907 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war 1937 gemeinsam mit ihrer Mutter Valeska und ihrer Schwester Henny nach Guatemala ins Exil gegangen, gerade noch rechtzeitig war ihnen die Flucht aus Deutschland gelungen. Von dort schrieb sie drei Jahre lang ihrem Freund Werner Besch, aufgewachsen in einer Pfarrersfamilie in Altdöbern, Studienkollege und Freund von Rudolf Reyersbach. Die Briefe schildern eindrucksvoll nicht nur die Schwierigkeiten des Neuanfangs im weit entfernten, fremden Land, sondern sie spiegeln auch die Sehnsucht nach Zuhause und die Sorge um das Schicksal der Angehörigen und Freunde in Deutschland.

Die Saarbrücker Historikerin kam zufällig in den Besitz der alten Luftpostbriefe aus einem westdeutschen Nachlass und recherchierte dann zu den Lebensläufen in der Lausitz, Guatemala und der Schweiz. Dank der Stolperstein-Initiativen in Cottbus und Senftenberg konnte sie wieder Kontakt zur Reyersbach-Familie herstellen und sogar Einblick in alte Fotoalben aus Guatemala erhalten.

Der Eintritt zur Veranstaltung im Rathaus ist frei. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung am 9. November 2013 beginnt um 14 Uhr im Rathaus, die eigentliche Verlegung des Stolpersteines findet ca. 15.30 Uhr statt.

Für die Einladung bitte auf das obenstehende Bild klicken ...

  

Es besteht an diesem Tag auch die Möglichkeit, das Buch käuflich zu erwerben:

Susanne Bennewitz (Hg.)

Ein Zimmer in den Tropen. Briefe aus dem Exil in Guatemala (1937-1940)

Berlin: Hentrich & Hentrich 2013

256 Seiten, Klappenbroschur, 30 Abbildungen

ISBN: 978-3-942271-79-0

19,90 €

  

Bericht zur Veranstaltung

„Hier wohnte Dr. Rudolf Reyersbach, Jg. 1897, ermordet 10.11.1938, Marktplatz Senftenberg“ – so lautet die Inschrift des Stolpersteines für den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Rudolf Reyersbach, der am 9. November vor seinem ehemaligen Wohn- und Kanzleihaus am Steindamm 17 unter großer Anteilnahme verlegt wurde. (Foto: Bürgelt)

Gedenkveranstaltung im Senftenberger Rathaus zum 75. Jahrestag der antijüdischen Novemberpogrome 1938
Lesung und Nachverlegung eines Stolpersteines zum Gedenken an den angesehenen jüdischen Rechtsanwalt Dr. Rudolf Reyersbach


Die Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Senftenberg“ hatte gemeinsam mit der Stadt Senftenberg zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der antijüdischen Pogrome im November 1938 eingeladen.

In dieser von den Nationalsozialisten zentral vorbereiten und organisierten Gewaltaktion wurden innerhalb weniger Tage eine große Zahl jüdischer Geschäfte zerstört, Synagogen und Gebeträume angezündet, jüdische Friedhöfe geschändet und Wohnungen geplündert. Und vor allem: Menschen gedemütigt, misshandelt, in Konzentrationslager verschleppt, ermordet oder in den Tod getrieben. Der von den Nazis propagierte Anlass, die Ermordung des deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris durch Herschel Grynszpan, nachdem er von der Deportation seiner Eltern erfahren hatte, war lediglich ein Vorwand – die Novemberpogrome zwischen dem 7. und 13. November sollten nämlich die Zwangsenteignungen, die sogenannte „Arisierung“ jüdischen Besitzes, beschleunigen. Die Zeitungen wurden angewiesen, die Meldung über das Attentat von Paris „in größter Form herauszustellen“ und besonders „darauf hinzuweisen, dass das Attentat die schwersten Folgen für die Juden in Deutschland haben muss“. Von Seiten des Reichspropagandaministeriums wurden Telegramme an die untergeordneten Behörden und Gestapostellen geschickt, in denen es z.B. hieß: „Sämtliche jüdische Geschäfte sind sofort von SA-Männern zu zerstören. Nach der Zerstörung hat eine SA-Wache aufzuziehen, die dafür zu sorgen hat, dass keinerlei Wertgegenstände entwendet werden können. Jüdische Synagogen sind sofort in Brand zu stecken. Die Feuerwehr darf nicht eingreifen. Der Führer wünscht, dass die Polizei nicht eingreift. Sämtliche Juden sind zu entwaffnen. Bei Widerstand sofort über den Haufen zu schießen.“

Auch in Senftenberg zogen am Morgen des 10. November 1938, ein Mittwoch, zum Teil angetrunkene SA-Männer durch die Stadt und holten jüdische Bürgerinnen und Bürger, oder diejenigen, die entsprechend der Nürnberger Gesetze dazu gemacht wurden, brutal aus ihren Wohnungen und trieben sie auf dem Markt zusammen: die 63-jährige Dora Singermann aus der Forststraße; den 61-jährigen Leo Zellner aus der Eisenbahnstraße, seine Lebensgefährtin Herta Röstel, die gemeinsame Tochter Astrid; die 40-jährige Nichte von Nathan Klein, Ernestine Grünzeug, aus der Bahnhofstraße; den 56-jährigen Siegfried Marcus aus der Fichtestraße, seinen drei Jahre jüngerer Bruder Ludwig und dessen Frau und den 41-jährigen jüdischen Rechtsanwalt und Notar Dr. Rudolf Reyersbach.

Etwa 90 Menschen waren am Samstagnachmittag gekommen, um in Anwesenheit der Enkelin von Rudolf Reyersbach und ihren Kindern den ursprünglich im Juli 2007 durch den Künstler Gunter Demnig verlegten Stolperstein nachzuverlegen, nachdem er zu Jahresbeginn entwendet worden war.

Neben anderen Abgeordneten waren auch die linken Fraktionsvorsitzenden Wolf-Peter Hannig (Stadt) und Rainer Vogel (Kreis) sowie der linke Landtagsabgeordnete Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann bereits während der Lesung im Senftenberger Rathaus anwesend, bei der nach einer Begrüßung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Teresa Melzer Eva Klein von der Stolperstein-Arbeitsgruppe und die Saarbrücker Historikerin Dr. Susanne Bennewitz aus Briefen von Marianne Reyersbach aus derem Exil in Guatemala lasen. Im Unterschied zu Rudolf und seiner Familie war Marianne 1937 gemeinsam mit ihrer Schwester Henny und der Mutter Valeska die Ausreise von Cottbus nach Lateinamerika gelungen – gerade noch rechtzeitig. Drei Jahre lang schrieb sie ihrem Freund Werner Besch, aufgewachsen in einer Pfarrersfamilie in Altdöbern, Studienkollege und Freund von Rudolf Reyersbach. Die Briefe schildern eindrucksvoll nicht nur die Schwierigkeiten des Neuanfangs im weit entfernten, fremden Land, sondern spiegeln auch die Sehnsucht nach Zuhause und die Sorge um das Schicksal der Angehörigen und Freunde in Deutschland.

Zu den Geschehnissen des 10. November 1938 in Senftenberg gibt es leider nicht sehr viele authentische Quellen. Vermutlich wurde auch viel zu wenig danach gefragt. Die Lesung und insbesondere das Gespräch mit Senftenberger Bürgerinnen und Bürgern im Anschluss machte deutlich, dass jeder Hinweis wichtig ist, um das manchmal so abstrakte historische Ereignis ins Lokale zu holen und uns das eigentlich Unvorstellbare doch vorstellbar zu machen.

 

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Herzliche Einladung zur erneuten Verlegung von zwei Stolpersteinen

am 27. Januar 2013

* für Marianne Seidel

* für Dora Singermann

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Einladung zur Verlegung von acht weiteren Stolpersteinen

am 22. März 2011

* für Rosalie Goldemann

* für Ernestine Grünzeug

* für Herbert Loewy

* für Nathan Klein

* für Herta Röstel

* für Marianne Seidel

* für Dora Singermann

* für Astrid Zellner

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Einladung zur Verlegung von sechs Stolpersteinen

am 10. Juli 2007

* für Siegfried Marcus

* für Otto Müller

* für Wladislaus Pawlitzki

* für Dr. Rudolf Reyersbach

* für Meta Sachs

* für Leo Zellner